Timmermanns-Medaille 2026: Mittelstands-Wirtschaftsunion ehrt Innovationskraft und Menschlichkeit im Handwerk

Sep. 11, 2026

Nettetal-Lobberich. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) des Kreises Viersen und der MIT-Stadtverband Nettetal haben in der historischen Kulisse der spätgotischen Alten Kirche Lobberich die renommierte Timmermanns-Medaille 2026 verliehen. Unter dem diesjährigen Jahresschwerpunkt „Metall – in individuelle Form gebracht“ wurden die Steinforth GmbH aus Grefrath und die Anton Hurtz GmbH aus Nettetal für ihre herausragenden unternehmerischen Leistungen ausgezeichnet.

Nach einer bewussten Pause im vergangenen Kommunalwahlkampf fand die traditionsreiche Verleihung wieder statt.

Helma Josten, Vorsitzende der MIT Nettetal, schlug in ihrer Begrüßung die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft: „Die Alte Kirche ist wie geschaffen für unseren Slogan: Wo Innovation auf Tradition trifft.“

Mittelstand als Stabilitätsanker der Region
Der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Görtz, der selbst berufliche Wurzeln in der Edelstahlbranche hat, zog in seinem Grußwort eine treffende Metapher: Metall sei widerstandsfähig, erhalte seine endgültige Gestalt aber erst durch Können, Erfahrung und eine Idee. Görtz betonte, dass die wirtschaftliche Stabilität einer Region nicht in den Schlagzeilen der Großkonzerne entstehe, sondern in den Werkhallen des Mittelstands, wo Eigentümer ihre Beschäftigten noch persönlich kennen. Zugleich forderte er von der Politik verlässliche Regeln, den Abbau von Bürokratie und eine leistungsfähige Infrastruktur.

Herausragende Leistungen und tiefes soziales Engagement
Die erste Auszeichnung des Abends ging an die Steinforth GmbH aus Grefrath. In seiner feierlichen Laudatio zeichnete Thomas Timmermanns den Weg des Familienbetriebs nach, der 1971 gegründet wurde und heute rund 40 Mitarbeiter zählt. Karosserie- und Fahrzeugbaumeister Klaus Steinforth bewies in seiner Karriere nicht nur Pioniergeist – so führte er 1992 als Erster im Kreis umweltfreundliche Wasserlacke ein –, sondern steuerte den Betrieb auch mutig durch wirtschaftliche Krisen. Neben seinem jahrzehntelangen Engagement in Fachverbänden berührte besonders sein selbstloser Einsatz nach der Flutkatastrophe im Ahrtal, wo er mit schwerem Gerät half und einen Linienbus zur mobilen psychologischen Betreuung umbauen ließ.

Die zweite Auszeichnung des Abends ging an die Anton Hurtz GmbH aus Nettetal. Landrat Bennet Gielen würdigte das 1908 gegründete Traditionsunternehmen in seiner Laudatio als Paradebeispiel für einen „Wandel in Dauerschleife“: Über Generationen hinweg erfand sich der Betrieb von der Brauereitechnik bis zur modernen, automatisierten Verarbeitung von Aluminium und Edelstahl mittels CNC- und Robotertechnik immer wieder neu.

Heute beschäftigt das familiengetragene Unternehmen rund 40 Mitarbeitende. Gielen hob besonders die hohe „Wertschöpfung rund um den Kirchturm“ hervor: Die Anton Hurtz GmbH setzt konsequent auf europäische Rohstoffe und starke regionale Netzwerke. Eine herausragende Reklamationsquote von unter einem Prozent, eine sehr geringe Mitarbeiterfluktuation sowie das fortlaufende soziale Engagement für lokale Vereine unterstreichen das erstklassige Profil des Nettetaler Vorzeigebetriebs.

Die feierliche Übergabe der Medaillen an Klaus Steinforth und Tobias Liedtke klang bei einem intensiven Netzwerkaustausch und guten Gesprächen aus. 

Von links nach rechts: Guido Görtz MdL, Landrat Bennet Gielen, Thomas Timmermanns, Anton Hurtz GmbH Geschäftsführer Tobias Liedtke und Eric Stolzenberg, Helma Josten, Klaus Steinforth mit Ehefrau, Georg Körwer, Ralf Stobbe

0 Kommentare