Nettetal. Delta Rhine Corridor: Christdemokraten sehen erhebliche Risiken und fordern
Antworten auf offene Fragen
Die CDU Nettetal steht den Planungen für die CO₂-Pipeline „Delta Rhine
Corridor“ kritisch gegenüber. Die geplante Leitung soll unter anderem durch das
Nettetaler Stadtgebiet bis zur niederländischen Grenze verlaufen. Aus Sicht der
Christdemokraten stehen möglichen erheblichen Eingriffen in Natur und
Landschaft keine erkennbaren wirtschaftlichen Vorteile für Nettetal gegenüber.
„Wir stellen die Bedeutung einer leistungsfähigen Infrastruktur für den
Klimaschutz nicht grundsätzlich infrage. Aber Nettetal darf nicht die
ökologischen Risiken eines Großprojekts tragen, von dem unsere Stadt selbst
keinen unmittelbaren Nutzen hat. Der Schutz unserer Natur und die Interessen
der Menschen vor Ort müssen Vorrang haben“, betont Philipp Heks,
Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Nettetal.
Besonders kritisch sieht die CDU die möglichen Auswirkungen auf die
wertvollen Naturschutzgebiete der Region. Der Vorhabenträger Open Grid
Europe (OGE) müsse nachvollziehbar darlegen, wie Eingriffe vermieden,
welche Alternativen geprüft wurden und wie dauerhafte Schäden ausgeschlossen
werden können. Ebenso seien mögliche Folgen für das Grundwasser,
insbesondere durch notwendige Absenkungen während der Bauarbeiten,
umfassend zu prüfen.
Auch hinsichtlich der betroffenen Grundstückseigentümer sieht die CDU
erheblichen Klärungsbedarf. Welche dauerhaften Einschränkungen entstehen
durch die Pipeline? Welche Rechte haben Eigentümer, die ihre Grundstücke
nicht zur Verfügung stellen möchten? Und wer haftet für mögliche Schäden?
„Wir erwarten von OGE konkrete Antworten statt allgemeiner Zusicherungen.
Das gilt für den Naturschutz genauso wie für das Bauverfahren, die
Eigentumsrechte und den späteren Verlauf der Trasse. Solange diese Fragen
offen sind, sehen wir keine Grundlage für eine positive Bewertung des
Vorhabens“, erklärt Axel Witzke (CDU), Vorsitzender des
Planungsausschusses.
Die CDU wird die anstehende Beratung im Planungsausschuss nutzen, um diese
Forderungen deutlich zu machen und auf eine entsprechend kritische
Stellungnahme der Stadt hinzuwirken.
„Auch wenn die Entscheidung nicht bei der Stadt Nettetal liegt, werden wir
unsere kommunalen Beteiligungsrechte konsequent nutzen. Wir erwarten, dass
unsere Bedenken ernst genommen werden und nicht wirtschaftlichen Interessen
andernorts untergeordnet werden“, so Heks abschließend.
Bis zum 26. Oktober 2026 können auch Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der
laufenden Öffentlichkeitsbeteiligung Stellungnahmen zum Vorhaben abgeben.

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